Ernüchternde Bilanz: Viele Unternehmen blamieren sich mit ihren Webseiten

 

Wer im Internet auf der Suche nach Produkten oder Dienstleistungen ist, stößt oft auf Webseiten, die kontra produktiv für die Unternehmen sind.

Es ist immer wieder erschreckend zu sehen, wie sich viele KMUs (Klein- und Mittelständische Unternehmen) im Internet präsentieren. Alle paar Monate nehme ich mir die Zeit und schaue mir  Webseiten von Unternehmen an. Mein neuester Rundgang im Netz war wieder einmal ernüchternd. Viele Unternehmen sind entweder in den 90er Jahren stehen geblieben oder haben vom Begriff Marketing noch nichts gehört.

Fangen wir bei den Handwerkern an. Die meisten von ihnen glauben immer noch, die Kunden kommen von selbst auf sie zu.  Das Marktforschungsinstitut forsa fand im Auftrag von Gelbe Seiten Marketing heraus, dass lediglich 48 Prozent der Handwerker über eine eigene Webseite verfügen. Eine erschreckende Zahl, ergab die Untersuchung doch, dass 65 Prozent der Befragten online Hilfe bei handwerklichen Projekten rund um Haus oder Wohnung suchen. In der Altersgruppe der 18 bis 39jährigen recherchieren sogar fast 80 Prozent der Befragten im Netz.

Handwerker tun sich besonders schwer

Die Handwerksbetriebe geben lediglich etwa 1000 Euro im Jahr für Marketing aus, das sind gerade mal 83,3 Euro im Monat! Warum das so ist? “Trommeln gehört zum Handwerk” hat man früher mal gesagt.   Meiner Meinung nach ist es schlichtweg Unwissenheit über das, was Marketing an Positivem bewirken kann. Es gibt zwar Handwerker, die verstehen, wie man sich im Internet präsentieren muss, aber das sind nur wenige.

Ich  habe insgesamt 130 Betriebe unter die Lupe genommen (davon 60 Handwerksbetriebe). Das Ergebnis: 48 haben einen Internetauftritt, immerhin. 36 Dieser Webseiten sind aber so furchtbar, dass man gar nicht glauben kann, dass die Leistungen dieser Handwerker gut sind! Nicht nur das Design ist auf diesen Seiten in den Anfängen des Internets stehen geblieben, auch die Inhalte sind miserabel, hinzu kommen viele Rechtschreibfehler.

Zwar geben sich Kreishandwerkerschaften Mühe, ihre Mitglieder darauf aufmerksam zu machen, dass ein Internetauftritt eine wichtige Visitenkarte eines jeden Handwerkbetriebs ist, aber der Erfolg dieser Aufklärung lässt immer noch zu wünschen übrig.

Website eines Cateringunternehmens ohne Fotos 

Doch auch in anderen Unternehmensbereichen bin ich auf Internetpräsenzen gestoßen, die einfach nur furchtbar sind.  Beispiel: Ein Catering-Unternehmen, immerhin eine GmbH. Klickt man auf den Link zur Seite erscheint eine kleine, nicht einmal Postkarten große Internetpräsenz. Das Menü ist kaum zu lesen, man muss die Augen ganz nah an den Monitor führen, um überhaupt etwas zu erkennen. Kein Foto auf der Startseite nur ein altertümliches “Willkommen”. Kein Foto, das dazu animiert, die Seite genauer anzusehen, schlimmer noch, auf der gesamten Website findet sich kein Foto! Keinerlei emotionaler Inhalt. Unter dem Button “Buffets” kann man sich einige PDFs ansehen, natürlich ohne Fotos!  Da frage ich mich, ob dieses Unternehmen tatsächlich auch Kunden hat.  Beim Anblick einer solchen Internetseite würde ich mit Sicherheit kein Buffet für eine Feier bestellen…

Ähnlich geht es aber auch bei vielen anderen Produkt- und Dienstleistungsunternehmen zu.  Das Schlemmerparadies ist da keine Ausnahme! Derweil bieten sich inzwischen so viele Möglichkeiten, gekonnt und mit Nachdruck auf sich aufmerksam zu machen.

Nur 15 der 130 Betriebe bieten Newsletter an, vier einen Hilfe-Chat und bei sechs gibt es ein  Imagevideo, das erklärt, was das jeweilige Unternehmen zu bieten hat. Krass auch, was manche Unternehmen unter Online-Shop verstehen. Winzige Darstellungen, scheußliche Farben, die nicht einmal die Corporate Identity des Unternehmens wiedergeben und einige wissen anscheinend gar nicht, dass jeder Online-Shop AGB und Datenschutzhinweise benötigt.

Fazit:  Das war wieder einmal erschreckend. Am liebsten würde ich einige Screenhots von den misslungenen Webseiten posten, aber das wäre noch firmenschädigender als die Seiten…

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